Die Strukturen des CiiM
Das CiiM ist eine nicht rechtsfähige, gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Gründungspartner HZI und MHH nach § 36 NHG und wurde 2015 mit der Unterzeichnung eines Letter of Intent gegründet. Die Grundlagen der Zusammenarbeit im CiiM werden durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem HZI und der MHH geregelt.
Michael P. Manns, zum damaligen Zeitpunkt Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der MHH und Klinischer Direktor des HZI, etablierte als CiiM Gründungsdirektor in Zusammenarbeit mit der CiiM Koordinatorin Jennifer Debarry den zunächst virtuellen Verbund. In dieser ersten Stufe der Etablierung wurde das zugrundeliegende Konzept des CiiM präzisiert und optimal an die Erfordernisse sowie Gegebenheiten vor Ort angepasst, um die erhoffte Innovation am CiiM zu ermöglichen.
In der derzeit laufenden zweiten Stufe der Etablierung des CiiM wird der avisierte systematische Workflow mit Hilfe der bereits bestehenden CiiM Gruppen aufgebaut und schließlich im neu entstehenden Forschungsgebäude in Hannover angesiedelt. Hierbei stehen konkrete Projekte im Vordergrund, anhand welcher exemplarisch die verschiedenen Aspekte beleuchtet und etabliert werden. Diese Umsetzungs-Phase wird seit 2019 durch die zwei CiiM Direktoren Yang Li und Markus Cornberg sowie der CiiM Koordinatorin begleitet.
Strategische Entscheidungen werden mit dem Scientific Advisory Board und spezifischen CiiM Boards beleuchtet und bewertet und auf Empfehlungsbasis gemeinsam im CiiM Direktorium getroffen.
CiiM Direktoren
Die beiden CiiM Direktoren Yang Li und Markus Cornberg sind für die Etablierung des CiiM verantwortlich und repräsentieren das CiiM in wissenschaftlichen Angelegenheiten. Dabei steht die Beantwortung klinisch relevanter Fragestellungen im Bereich der Infektionsmedizin mit dem Ziel einer auf den einzelnen Patienten zugeschnittenen Behandlung im Vordergrund. Die hierfür erforderliche verstärkte Verknüpfung der Klinik mit der Forschung und Datenwissenschaft wird im CiiM in idealerweise über die beiden Direktoren gewährleistet.
Yang Li
Yang Li leitet seit 2019 die Abteilung Bioinformatik in der Individualisierten Infektionsmedizin des CiiM und des HZI und wurde zudem zur Direktorin des CiiM berufen.
Yang Li promovierte 2010 an der Universität Groningen, Niederlande, im Fach Bioinformatik. Sie setzte ihre Karriere als Postdoc am Bioinformatikzentrum Groningen fort und erhielt 2011 den Young Investigator Award of Bioinformatics vom Niederländischen Bioinformatikzentrum. Anschließend wurde sie Principal Investigator / Assistant Professor an der Abteilung für Genetik des Universitätsklinikums Groningen. Ihre erfolgreiche Forschung auf dem Gebiet der Systemgenetik immunologischer Erkrankungen wurde mit zwei persönlichen Stipendien ausgezeichnet: dem VENI (Dutch Organization for Scientific Research, 2013) und dem Off-Road (Netherlands Organisation for Health Research and Development, 2016). Im Jahr 2018 erhielt Yang Li weiterhin vom Radboud University Medical Center das renommierte "Hypatia Grant". Seit 2019 leitet Yang Li die Abteilung Bioinformatik der Individualisierten Medizin am CiiM / HZI.
Markus Cornberg
Markus Cornberg ist Universitätsprofessor für Infektiologie mit Schwerpunkt Hepatologie und leitender Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule. Sein klinischer Schwerpunkt ist die Behandlung von Patienten mit infektiösen Lebererkrankungen. 2019 wurde er zudem zum klinischen Direktors des HZI und zum Direktor des CiiM berufen.
Markus Cornberg war als verantwortlicher Arzt an zahlreichen klinischen Studien beteiligt, die neue Medikamente zur Behandlung von Virusinfektionen der Leber untersuchten. Er war 2002 erster wissenschaftlicher Sekretär des Kompetenznetz Hepatitis (HepNet). Im Februar 2005 übernahm er die Geschäftsführung des HepNet sowie seit 2007 die medizinische Geschäftsführung der Deutschen Leberstiftung. Seit 2007 ist er an der Erstellung und Überarbeitung der deutschen Leitlinien zur Virushepatitis B, C und D beteiligt. Seit 2007 koordiniert Markus Cornberg die Erstellung der S3-Leitlinie zum Management der Hepatitis-B-Virusinfektion. 2012 war er der deutsche Vertreter für die Erstellung der Europäischen Hepatitis-B-Leitlinie. Seit 2017 ist Markus Cornberg Mitglied im Governing Board der European Association for the Study of the Liver (EASL). Sein grundlagenwissenschaftlicher Forschungsschwerpunkt ist die Bedeutung von zellulären Immunantworten für Krankheitsverlauf und Therapieansprechen bei Patienten mit Virushepatitis. Markus Cornberg hat mehr als 150 wissenschaftliche Originalarbeiten sowie Übersichts- und Buchkapitel publiziert.
Der Gründungsdirektor: Michael Manns
Nachdem die Idee für das CiiM seit 2013 entwickelt worden war, erhielt das Vorhaben mit der Berufung von Michael P. Manns zum Gründungsdirektor im Jahr 2015 eine konkrete organisatorische und wissenschaftliche Struktur. In dieser eigens geschaffenen Funktion gestaltete er das Konzept des Zentrums maßgeblich mit, prägte dessen strategische Entwicklung und legte wichtige Grundlagen für die spätere Etablierung des CiiM.
Zum Januar 2019 übergab Prof. Manns im Zuge seines Amtsantritts als Präsident der MHH die Leitung des CiiM an Markus Cornberg. Dem Zentrum blieb er jedoch eng verbunden und unterstützte dessen Entwicklung bis zuletzt mit seiner Erfahrung, seinem wissenschaftlichen Rat und seinen Ideen. Der renommierte Mediziner und Wissenschaftler verstarb am 15. August 2025 im Alter von 73 Jahren.
CiiM Koordination
Alle laufenden CiiM Aktivitäten vom Aufbau des Gebäudes, über die Strategieentwicklung bis zum Forschungsmanagement laufen im Koordinierungsbüro des CiiM zusammen. Das Team unterstützt die CiiM Direktoren und die wissenschaftlichen Lenkungsgremien bei der Weiterentwicklung und Umsetzung der Strategie und koordiniert die Erstellung und Umsetzung wissenschaftlich-strategischer Konzepte und Anträge.
Jennifer Debarry
Jennifer Debarry koordiniert seit 2015 die gemeinsamen Aktivitäten des HZI und der MHH auf dem Gebiet der individualisierten Infektionsmedizin und die Etablierung und den Aufbau des CiiM.
Zuvor war sie als wissenschaftliche Projektleiterin für verschiedene internationale Projekte in der Impfstoffentwicklung und CRISPR/Cas Forschung verantwortlich. Für das Wissenschaftsmanagement profitiert Jennifer Debarry neben ihrer wissenschaftlichen Ausbildung auf dem Gebiet der Zellbiologie und Immunologie (Studium der Biologie an der Leibniz Universität Hannover, Diplomarbeit am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin, Promotion in der Zellbiologie am Forschungszentrum Borstel und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) von einer Managementausbildung mit entsprechender Berufserfahrung (mehrmonatiges Wirtschaftspraktikum) in den USA.